Aktuelles

Synagogen in Brandenburg. Spurensuche. Ein Buch von Studierenden und Forschern dokumentiert Synagogen als Zentren jüdischen Lebens in Brandenburg.

Bis in die 1930er Jahre gab es in mehr als 50 Städten und Gemeinden des heutigen Bundeslands Brandenburg Synagogen. Sie waren Orte des Gebetes, der Zusammenkunft und des Lernens und damit Sinnbild eines lebendigen Judentums auch in den ländlichen Regionen Deutschlands. Vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert hinein waren dort Synagogen gebaut worden. Zum Teil handelte es sich um einfache Beträume in Wohnhäusern, an manchen Orten spiegelten aber auch prächtige Gotteshäuser die Emanzipation der Juden und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wider. Ihre Spuren sind heute zum Teil sichtbar gemacht worden, an manchen Orten jedoch kaum noch zu erkennen oder zerstört.

Das Ende 2013 im Hentrich & Hentrich Verlag Berlin erschienene Buch Synagogen in Brandenburg. Spurensuche dokumentiert anschaulich die Ergebnisse der Spurensuche nach regionaler jüdischer Geschichte, auf die sich Studierende und Wissenschaftler der Universität Potsdam und des Moses Mendelssohn Zentrums Potsdam seit 2011 begeben haben. Vom 12. März bis 17. Juni 2012 waren in einer Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam Ergebnisse dieser Spurensuche den Museumsbesuchern vorgestellt worden. Diese Ausstellung wird seitdem in vielen Orten Brandenburgs gezeigt.

Der nun vorliegende, an Bildern und Dokumenten reiche Begleit-Band zur Ausstellung lädt alle an jüdischer Geschichte Interessierte ein, sich selbst auf Spurensuche in Brandenburg zu begeben und die Orte einstigen und gegenwärtigen jüdischen Lebens aufzusuchen und sich selbst ein Bild zu machen. Neben Informationen zu den 46 Synagogenstandorten und Exkursen erhält der Leser eine Einführung in jüdische Kultur und Religion, die Funktion der Synagoge sowie über Archivarbeit und Gedenkkultur. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt dem Leser eindrücklich in den Texten verwendete Fachbegriffe.

Maria Berger, Uri Faber, Felicitas Grützmann, Matthias Albert Koch, Elke-Vera Kotowski (Hrsg.): Synagogen in Brandenburg. Spurensuche. Berlin 2013, 256 S., 19,90 €.

 

Buchrezensionen zu Synagogen in Brandenburg. Spurensuche

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 05.03.2014.

H-Soz-u-Kult vom 14.02.2014.

HeimatKurier vom 13.01.2014.

 

Weitere Informationen zum Projekt

Synagogen in Brandenburg. Spurensuche

Im Rahmen der Veranstaltung Lange Nacht der Museen 2014 berichten die Mitherausgeber Felicitas Grützmann und Matthias Albert Koch über die Arbeit an Ausstellung und Buch.

Ort: Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28/30, Berlin-Mitte

Datum: 17. Mai 2014

Beginn: 21.00 Uhr

Dauer: 30 min.

Form: Bildvortrag

Raum: Seminarraum

 

Im Rahmen der Veranstaltung Potsdamer Tag der Wissenschaften 2014 berichtet die Mitherausgeberin Felicitas Grützmann über die Arbeit an Ausstellung und Buch.

Ort: Universität Potsdam, Campus Neues Palais, Haus 11

Datum: 14. Juni 2014

Beginn: 15.00 Uhr

Dauer: 45 min.

Form: Bildvortrag

Raum: Haus 11, Nr. 1.25

 

Jüdische Ärzte aus Deutschland und ihr Anteil am Aufbau des israelischen Gesundheitswesens

Auf http://aerzte.erez-israel.de/ wird die Bedeutung der deutsch-jüdischen Fachärzte, die nach 1933 nach Erez Israel emigrierten, für das Gesundheitswesen im Jischuw, der jüdischen Ansiedlung in Palästina, nachvollzogen. Während die bereits in Palästina ansässigen Mediziner überwiegend über eine allgemeinmedizinische Ausbildung verfügten, waren die meisten aus Deutschland eingewanderten Juden Fachärzte. Diese Einwanderung von Spezialisten führte zu großen Fortschritten  für das Gesundheitswesen im Jischuw. Den Fachgebieten der Ärzte folgend präsentiert  http://aerzte.erez-israel.de die verschiedenen Exillebensläufe.

Das Projekt wird von dem Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V. und von haGalil e. V. betrieben.

 

Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte in 32 Postkarten

Auf www.32postkarten.com macht der schwedische Schriftsteller Torkel Wächter 32 Postkarten zugänglich, die er auf dem Dachboden seines Elternhauses in Stockholm fand. Die eng beschriebenen Karten waren die letzten Lebenszeichen von Gustav und Minna Wächter, den Großeltern des Autors. Der Vater von Torkel Wächter, der nach Schweden fliehen konnte, hat nach der 32. Postkarten nichts mehr von seinen Eltern gehört. Sie wurden zu Opfern des Holocausts.

In jahrelanger und mühevoller Arbeit hat Torkel S. Wächter anhand der Karten seine Familiengeschichte rekonstruiert. Er lernte hierfür Deutsch, reiste nach Hamburg, dem Herkunftsort der Postkarten, befragte Zeitzeugen und Historiker und ließ sich von Hamburger Rentnern die Sütterlinschrift transkribieren.

Die Briefe dokumentieren das bürgerliche Leben der Beamtenfamilie in Hamburg mit Hausmusik und Theateraufführungen, aber ebenso die Flucht von Familienmitgliedern nach Argentinien, Brasilien und Schweden. Die einzige Möglichkeit für die Familie Wächter den Kontakt zu halten, waren Postkarten. Vordergründig berichteten die Postkarten über Alltägliches. Zwischen den Zeilen befanden sich jedoch Anspielungen, die so vorsichtig formuliert waren, dass sie nicht das Misstrauen des Zensurbeamtens erregten.

 

Deutsche Welle: Multimediaprojekt Spurensuche – Deutsch-Jüdisches Kulturerbe weltweit

Mit der Unterstützung von German Jewish Cultural Heritage und dem Moses Mendelssohn Zentrum entwickelte die Deutsche Welle das Multimediaprojekt Spurensuche – deutsch-jüdisches Kulturerbe weltweit. DW-Reporter sind an zehn Schauplätze rund um den Globus gereist und dort den Spuren deutsch-jüdischer Einwanderer nachgegangen.

Journalisten befragten Zeitzeugen und dokumentierten deren Geschichten. Unter den Porträtierten finden sich Historiker, Museumsexperten, Künstler, eine Köchin, Rabbiner, Geschäftsleute, Dichterinnen, Musiker, Archivare – und das alles quer durch drei Generationen. Entstanden ist eine Porträtreihe starker, engagierter und beeindruckender Persönlichkeiten. Mit ihnen haben DW-Reporter die früheren Wohnviertel der deutschstämmigen Juden besucht, sind durch Museen gestreift, waren zu Gast bei einem großen Familientreffen, bei einem Literaturfestival, in Wohnzimmern, beim Jiddischkurs und in Zeitungsredaktionen. Auf Spurensuche auch in ehemaligen Ghettos und in Gedenkstätten, die an die NS-Verbrechen erinnern. Und diese Lebensgeschichten verknüpfen sich zu einem bunten Patchwork deutsch-jüdischer Kultur in aller Welt.

Ab dem 03.12.2012 ist die Spurensuche auf der Seite der Deutschen Welle einsehbar.

 

Deutsch-Jüdisches Kulturerbe im In- und Ausland

Veranstaltet vom Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam in Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum Berlin.

Internationale Konferenz:

Herunterladen Konferenz-Programm

(Um sich das Programm anzuschauen, klicken Sie bitte auf das Bild)

Ort: Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28/30, Berlin

Zeitraum: 25. – 27. Oktober 2011

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