Über das Projekt

Über das Projekt

War der bisherige Erhalt des weit verstreuten, deutsch-jüdischen Kulturerbes nur durch die kulturelle Vernetzung vieler Akteure und Einrichtungen möglich, so sind diese Netze bisher in kein übergreifendes Netzwerk eingelassen, das einen Überblick über diese verschiedenen Netze mit ihren unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Extensionen bietet.

Das Projekt German Jewish Cultural Heritage (GJCH) möchte diese Lücke schließen und Institutionen, Vereine, Gemeinden, Forschungszentren und Museen in aller Welt, die mit der Bewahrung des deutsch-jüdischen Kulturerbes befasst sind systematisch vernetzen und diese zu einer langfristigen Zusammenarbeit anregen. Durch die somit eingebrachte Vielzahl der geistesgeschichtlichen, nationalen und religiösen Bezugsrahmen könnte ein differenzierteres Bild vom deutsch-jüdischen Kulturgedächtnis erzeugt werden und gleichzeitig dem mancherorts drohenden kulturellen Vergessen, welches gleichsam auch Identitätsverlust bedeutet, entgegengewirkt werden.

Weiter will das GJCH-Projekt dazu anregen, möglichst viele Zeugnisse deutsch-jüdischen Kulturlebens zu digitalisieren. Dadurch könnte ein globaler unmittelbarer Zugriff auf historische wertvolle Primärquellen ermöglicht werden. Eingeschränkte Zugangsmöglichkeiten zu Quellen sollen erweitert, Gefahren des Verfalls durch ungünstige Rahmenbedingungen abgemildert werden. Die langfristige Sicherstellung des Zugangs zu den Quellen für nachkommende Generationen wird von dem Projekt ebenso angestrebt wie ein nachhaltiger Umgang mit dem erworbenen Wissen.

Insgesamt sollen durch die Datenbank in einer Art Spurensuche die verschiedenen Wege der deutsch-jüdischen Emigration nachvollzogen und die verschiedenen Spielarten des deutsch-jüdischen Lebens im Exil in all seinem kulturellen Reichtum erfahrbar werden. Es gilt herauszufinden, inwieweit diese eingewanderte Kultur mit der landeseigenen in Verbindung getreten ist und es zu einer gegenseitigen Einflussnahme oder gar Verschmelzung der kulturellen Traditionen zu einer neuen (gemeinsamen) Identität kam. Das Augenmerk soll dabei nicht nur auf die Emigration während des Nationalsozialismus gelegt werden, vielmehr stehen die oftmals in den Betrachtungen ausgeblendeten Auswanderungen seit dem 18. Jahrhundert ebenfalls im Blickpunkt.

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